Bitcoin und Ethereum im All: Elon Musk startet Blockchain-Rakete

Bitcoin und Ethereum im All: Elon Musk startet Blockchain-Rakete 1

Eine gewisse Analogie zu den Kryptowährungskursen hat diese Geschichte allemal – nicht nur der raketenartige Kurssprung hat die Digitalwährungen Bitcoin und Ethereum befeuert, jetzt schickt der SpaceX-Gründer Elon Musk zwei Blockchain-Nodes ins All.

Im Auftrag desAnbieters Spacechain transportiert das Raumfahrtunternehmen von Musk im Juni diesen Jahres zwei Blockchain-Nodes ins All. Zuerst macht sich ein Ethereum-Node auf den weiten Weg zur Raumstation ISS, ein Bitcoin-Node wird etwas später folgen.

Spacechain ist ein Anbieter für dezentralisierte Infrastruktur und an Board der ISS bereits verschiedene Hardware in Betrieb genommen. Ein ähnliches Ziel verfolgt Immediate Edge, die offizielle Immediate Edge Website finden sie hier.

Blockchain im All – Schon lange keine Fiktion mehr

So abgefahren die Idee klingt, Teile der Blockchain ins All auszulagern, sie ist schon seit geraumer Zeit Wirklichkeit geworden. Erst Anfang diesen Jahres hatte die Investment Bank JPMorgan Chase Zahlungen auf der Blockchain zwischen der Erde und einen Satelliten in Erdumlaufbahn getestet. Dies war zwar nur ein Test, der Belegen sollte, dass Zahlungen und Kryptotransfers auch über solche weiten Strecken möglich sind, große Aufmerksamkeit hat die Aktion aber auf sich gezogen.

Spacechain hat allerdings schon 2017 begonnen die für die Blockchain notwendige Infrastruktur auf der ISS zu installieren. Finanziell wurde das StartUp bei dem kostspieligen Unterfangen dabei von der Europäischen Weltraumagentur ESE, die dem Unternehmen aus Singapur die notwendigen Mittel zur Verfügung stellte. Nach zwei Jahren hat es Spacechain geschafft auf der ISS die erste Hardware-Wallet im All zu installieren. Die dazu notwendige Plattform für den Transfer der Daten zu und von der ISS lieferte das US-Unternehmen Nanoracks, das sich auf den Vertrieb von Hardware für kommerzielle Forschung im All spezialisiert hat. Auch die neuen Nodes, die bereits am 3. und 24. Juni ins All geschossen werden, nutzen deren Infrastruktur.

Was bringt eine Blockchain im All?

In erster Linie ist es natürlich ein Experiment und sorgt auch für alle beteiligten Firmen für jede Menge Aufmerksamkeit. Doch dabei bleibt es natürlich nicht, denn eine Blockchain auf der ISS hat auch einen ganz praktischen Nutzen: Die Unabhängigkeit von terrestrischen Einflüssen. Auch wenn der Betrieb einer Blockchain auf der Erde wegen einer Katastrophe oder aus anderen Gründen nicht mehr möglich sein sollte, sind alle Daten für einen weiteren Betrieb im erdnahen Orbit sicher aufbewahrt. Rechtliche Gründe, die von manchen Krypto-Enthusiasten vermutet werden, stecken aber nicht dahinter, denn die oft kolportierte Rechtlosigkeit des Alls ist eher eine Illusion. Denn auch auf der ISS gilt das Recht des jeweiligen Landes, dass das Modul betreibt. Würde die Blockchain beispielsweise im US-Modul installiert, greife auch eine mögliche stärkere Regulierung der USA.

Betreiber des ersten Blockchain-Nodes im All, der die Ethereum-Blockchain beinhaltet, ist die Nexus Inc, ein digitaler Vermögensverwalter, der zusätzliche Blockchain-Funktionen für Unternehmensanwendungen entwickelt.

Am 24. Juni folgt der Ethereum-Blockchain dann ein Bitcoin-Node, den wird ebenfalls Nexus Inc nutzen, allerdings in Kooperation mit der Kryptobörse Biteeu. Dieser wird allerdings nicht auf die ISS befördert, sondern auf einem YAM-2-Satelliten. Die Abkürzung YAM steht für „Yet another Mission“ und bezeichnet eine Serie von Mikrosatelliten von Loft Orbital die Dienstleistungen für verschiedene Kunden anbieten.

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