Im Test: Reolink Argus 2 – Überwachungskamera mit Solarpanel

Kameras für den Außenbereich gibt es mittlerweile in fast allen Preissegmenten viele – die neue Argus 2 Serie von Reolink bietet allerdings ein paar Features, die in der Preisklasse bisher nicht vertreten waren. Und dabei schlägt sie sich in unserem Test sehr gut!

Argus 2 von Reolink im Test – Überwachungskamera mit Solarpanel

Das größte Problem von Überwachungskameras im Außenbereich ist meist die mangelnde Stromversorgung. Entweder muss ein Elektriker einen passenden und wetterfesten Anschluss bis zur Kamera legen, oder man nutzt einen bereits vorhandenen Stromanschluss, ist dann aber natürlich nicht mehr so flexibel. Die Argus 2 setzt auf einen hochwertigen und langlebigen Akku, der eine stromunanhängige Aufstellung der Überwachungskamera ermöglicht. Ein ähnliches Konzept verfolgen Blink und Netgear mit seinem Arlo System. Allerdings setzt Arlo bei der Stromversorgung auf einen Akku, der per micro-USB aufgeladen werden kann und nicht auf teure Spezialbatterien. Zusätzlich gibt es für die Argus 2 ein günstiges Solarpanel, dass das Aufladen der Akkus überflüssig macht – so ist man komplett unabhängig.

Argus 2 im Test

Doch zuallererst einmal ein paar generelle Anmerkungen zur Argus 2. Die Kamera wird in einer sehr schicken Verpackung geliefert und hat das wichtigste Zubehör direkt mitgeliefert. Neben der Kamera, einer kurzen Bedienungsanleitung und dem aufladbaren Akku liegen noch zwei Halterungen bei. Diese erinnern mich etwas an die Halterungen des Arlo-Systems, sind aber sehr praktisch und durchdacht. Der Clou an Argus 2 ist die magnetische Unterseite der Kamera. So kann man Sie entweder auf der einen Halterung befestigen und jeweils leicht in Position drehen oder auf der zweiten Halterung festschrauben. Auch diese bietet verschiedenen Möglichkeiten den Winkel der Kamera zu ändern und den Gegebenheiten anzupassen.

Um die Kamera etwas vor Regen und Sonne zu schützen wird eine kleine Gummihülle mitgeliefert, die sich wie ein Sleeve einfach über die Kamera ziehen lässt. Das klappt problemlos und geht ganz schnell. Im Innenbereich ist dieser Schutz natürlich nicht notwendig.

Einrichtung & Installation

Sehr vorbildlich gelöst, die Einrichtung und Installation dauert nur wenige Minuten. Über die App, die sich im App Store herunterladen lässt, können eine oder mehrere Argus 2 Kameras hinzugefügt und auch direkt konfiguriert werden. Nach Eingabe der WLAN-Daten generiert die App einen QR-Code, den ihr einfach vor die Kamera haltet. Je nach Lichtverhältnissen und Display kann das etwas dauern, bei mir hat es aber nach wenigen Minuten geklappt.

Ist dieser Schritt geschafft, ist die Kamera mit Eurem WLAN verbunden und kann nun genutzt werden.

Bildqualität und Aufnahme

Um die Laufzeit des Akkus zu maximieren, nimmt die Argus 2 nicht durchgängig auf. Ein kleiner Bewegungsmelder, der sehr stromsparend arbeitet, registriert Bewegungen und schaltet erst dann auch die Aufnahme der Kamera ein. Damit wird zu einem der Aufnahmespeicher nicht zu schnell voll, zum anderen hält der Akku bei voller Aufladung laut Reolink 4-6 Monate. Nutzt man das optionale Solarpanel, muss die Argus 2 gar nicht aufgeladen werden.

Bei wenig Licht oder auch tief in der Nacht werden bei einer Videoaufnahme zusätzlich IR-Leds zugeschaltet, die einen Bereich von bis zu 10 Metern beleuchten können ohne dass sie für das menschliche Auge sichtbar wären.

Dank der leichten Fischaugenlinse wird ein Bereich von etwa 130° abgedeckt, das trägt zu einer guten Gesamtübersicht bei.

Die Bildqualität gefällt mir insgesamt gut. Bei hellem Umgebungslicht ist alles gut erkennbar, selbst Details lassen sich gut sehen. Das habe ich aber auch bei einer FullHD-Auflösung so erwartet. Werden nachts die IR-LEDs zur Beleuchtung genutzt, wird in einen schwarz-weiss Modus umgeschaltet. Im Nahbereich ist alles gut erkennbar, ab 6-7 Metern wird es dann aber schon etwas unscharf. Das ist allerdings trotzdem eine wirklich gute Leistung!

Der Ton ist ganz leicht rauschig, reicht mir aber vollkommen aus. Ein nettes Feature ist der Zwei-Wege-Audio, denn so lässt sich nicht nur passiv beobachten, über einen kleinen Lautsprecher kann auch Sprache an die Kamera übertragen werden. So eignet sich die Argus 2 zum Beispiel auch als Videoklingel, Babyphone oder Haustierkamera.

Aufzeichnungen werden direkt auf eine SD-Karte angefertigt, die seitlich in die Argus gesteckt werden kann.

Steuerung per App und PC möglich

Nimmt die Kamera eine Bewegung wahr, wird eine Aufnahme auf die SD-Karte angelegt und eine Push-Mitteilung an das Smartphone geschickt. Passende Apps gibt es sowohl für Android- als auch iOS Smartphones. Wer lieber seinen PC oder Mac nutzen möchte kann die mit der Reolink Client Software natürlich auch machen. EIne Anleitung zur Konfiguration über den PC findet sich hier.

Die App bietet grundlegende Funktionen mit denen Ihr die Argus 2 konfigurieren und Euren Bedürfnissen anpassen könnt. Wichtig ist die Konfiguration der Bewegungserkennung sowie das Verhalten im Fall dass der Sensor eine Bewegung erkennt. Hier können vier verschiedenen Aktionen ausgelöst und auch kombiniert werden.

  1. Die Kamera zeichnet ein Video der Bewegung auf
  2. Eine E-Mail wird verschickt
  3. Eine Push-Mitteilung wird verschickt
  4. Ein Alarm wird ausgelöst

Um fehlerhafte Erkennungen zu minimieren, kann ein Zeitplan konfiguriert werden, der die Kamera zum Beispiel in der Nacht abschaltet wenn Ihr zu Hause seid. Toll wäre hier noch eine Art Geofencing gewesen, das die Kamera Bewegungserkennung abschaltet sobald sich das Smartphone im gleichen WLAN wie die Kamera befindet. Vielleicht reicht Reolink sowas ja per Update noch nach.

Sicherheit und Datenschutz

Dadurch, dass alle Daten und Aufzeichnungen lokal auf der internen SD-Karte gespeichert werden, sind die Videoaufnahmen sehr sicher. Nichts wird in eine entfernte Cloud übertragen oder extern ausgewertet. Das finde ich sehr vertrauenerweckend. Einziger Nachteil dieser Lösung: Falls jemand die Kamera mal einstecken sollte, sind natürlich auch alle Videobeweise weg.

Mein Fazit zur Reolink Argus 2

Auch wenn Reolink mit der Argus 2 das Rad nicht komplett neu erfunden hat, finde ich die Kombination der verschiedenen Features sehr gelungen. Besonders der Verzicht auf teure Spezialbatterien zu Gunsten eines aufladbaren Akkus finde ich toll. Kombiniert mit dem wirklich günstigen Solarpanel muss man im besten Falle den Akku nie mehr aufladen. Die Verarbeitung der Kamera ist sehr hochwertig, die mitgelieferten Halterungen stabil und sehr durchdacht. Im Gegensatz zu Arlo liegen hier auch alle Halterungen kostenlos mit bei!

Bild- und Tonqualität sind sehr gut, die Bedienung per App einfach und nicht überladen. Für mich ein sehr rundes und durchdachtes System, das besonders an Standorten eignet, die nicht über eine Stromversorgung verfügen.

Erhältlich ist die Argus 2 zum Preis von 129 Dollar im Shop des Herstellers. Wer das Solarpanel noch dazu haben möchjte, zahlt ebenfalls sehr günstige 29 Dollar.

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1 Antwort

  1. 7. Mai 2018

    […] kurzem haben wir Euch die Reolink Argus 2, eine kabellose Überwachungskamera mit lang haltendem Akku und Solarpanel vorgestellt. Ein tolles […]

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