Algen zur Rettung der Welt

Für viele Menschen sind Algen bloss ein Ärgernis beim Schwimmen oder im See. Auch bei Aquarianern sind Algen nicht sonderlich beliebt, trüben Sie doch den Blick auf die eigenen Fische. Beliebter sind Algen schon beim Essen oder als Nahrungsergänzungsmittel. Sollen sie doch viele Vitamine, Mineralien und Spurenelemente mitbringen und nebenbei  noch weitere gesundheitsförderliche Wirkungen haben.

Wissenschaftler haben jetzt jedoch noch einen weiteren positiven Effekt von Algen entdeckt. Sie möchten riesige Algen-Plantagen im Meer anlegen um CO2 dauerhaft zu speichern. Damit soll, laut Forschern, auch der Klimawandel aufgehalten oder zumindest verzögert werden. Schon seit vielen Jahren wird auf der ganzen Welt an dieser besonderen Nutzung von Algen geforscht. Nun ist es Wissenschaftlern vom Pacific Research Center for Environment and Sustainable Development  die Idee gekommen Algen in riesigen Seegraswäldern im Ozean als CO2 Speicher zu nutzen. Durch die Photosynthese binden die Algen das in der Atmosphäre vorhanden CO2 und Speichern es. Dadurch kann der Klimawandel verlangsamt werden.

Doch es gibt noch einen weiteren netten Nebeneffekt. Die Algen können, regelmäßig geerntet und verarbeitet, auch als Nahrungsmittel dienen. Darüber hinaus können die Algen auch als Stromlieferant dienen, indem sie in Bioreaktoren direkt im Ozean zu Biogas umgewandelt werden können. Reste die übrig bleiben können dann noch als biologischer Dünger in der Landwirtschaft genutzt werden.

Algen gegen Klimawandel

photo credit: blumblaum via photopin cc

Würde schon eine Fläche von knappen 10% des Ozeans mit Algen „bepflanzt“ könnten damit über 10 Milliarden Tonnen Biomethan pro Jahr produziert werden. DIes wäre genug um den Jahresbedarf fossiler Brennstoffe zu decken. Und das weltweit. Zudem würden pro Jahr 53 Milliarden Tonnen CO2 aus der Atmosphäre entzogen werden. Innerhalb von 25 Jahren könnte so die Menge des CO2 auf ein Niveau abgesengt werden wie es zuletzt vor der industriellen Revolution gewesen ist. Sehr beeindruckend.

Leider ist dies wohl eher ein langfristiges Projekt. Denn bis die Beflanzung der Ozeane auf nennenswerter Fläche begonnen werden kann, werden wohl fast 20 Jahre vergehen. Auch ist noch ungeklärt welche Auswirkungen eine solche Mono-Kultur auf das empfindliche Biosystem des Meeres haben könnte.

Daher startet bald auf den Fidschi-Inseln ein Pilot-Projekt bei dem Algen als Seegraswälder genutzt werden sollen. Dies erspart eine teure Entsorgung und Dezimierung der Algen und kann nebenbei Biogas produzieren dass  verkauft werden kann. Sollte das Pilot-Projekt erfolgreich sein, werden Algen wohl bald weniger Plage als Hoffnung bringen.

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4 Antworten

  1. Selbststaendigkeit-Projekt sagt:

    Finde das ist endlich mal ein Ansatz um etwas gegen den CO2 anstieg zu tun. Am besten so schnell wie möglich umsetzen und weitere Alternativen entwickeln…

  2. Philipp sagt:

    Hi,

    ist eine sehr nette Idee, das wurde auch in einer Fernsehdoku gut erklärt. Die Frage ist, wie du im Artikel geschrieben hast, wie es sich auf das restliche Ökosystem ausführt, gerade bei einer solch großen Monokultur. Wie wir wissen ist das Ökosystem äußerst komplex und von einander stark abhängig. Interessant finde ich den Ansatz aber alle Male. Ich denke das könnte ein weiterer guter Ansatzpunkt für die Bekämpfung des Klimawandels sein, einer von vielen.

    Beste Grüße
    Philipp

  3. Kaffeepads sagt:

    Ich frage mich ob man so viele Algen pflanzen kann, das man damit wirklich den Klimawandel stoppen kann ?! Klingt für mich etwas absurd.
    Dennoch freu ich mich über solche Nachrrichten, das es doch noch Hoffnung gibt.

  4. Strafrecht sagt:

    Danke für den informativen Artikel!
    Echt gut zu wissen, das es doch etwas gibt, was wir tun können, um den Klimawandel zu stoppen!
    Hätte nicht gedacht das es wirklich soetwas gibt.

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