BionicGym Erfahrungen – Wirkt es oder nicht?

BionicGym ist ein neues Trainingsgerät, das mit Hilfe von Elektrostimulation ein intensives Kardio- und Fitnesstraining bieten und so fast ohne Anstrengung bei der Arbeit, beim Faulenzen auf der Couch oder auch beim Bügeln Kalorien verbrennen soll.

Der Hersteller, der gerade eine IndieGoGo Kampagne zur Finanzierung gestartet hat wirbt mit dem Slogan: “Laufe einen Marathon auf deinem Sofa”.

Wie funktioniert die BionicGym?

Nur mit Hilfe einer Smartphone App und einem weichen Trainingsgerät, dass um den Oberschenkel geschnallt wird sollen Kalorien verbrannt und der Körper trainiert werden. Dabei simuliert das BionicGym über elektrische Stimulation ein “Zittern der Muskeln” das Kalorien verbrennen soll ohne sich zu bewegen.

Doch kann es wirklich funktionieren mit Hilfe von BionicGym ganz ohne Sport abzunehmen, Kalorien zu verbrennen und fitter zu werden? Ist BionicGym seriös oder eher ein Betrug?

Wir sind für Euch den wichtigsten Fragen zu diesem neuen Fitnessgerät auf den Grund gegangen und zeigen Euch, wie seriös BionicGym wirklich ist.

So funktioniert BionicGym und die Elektrostimulation

Was ist Neuromuskuläre Elektrostimulation ?

Erstmal ein paar Basics: Der Körper bewegt sich, in dem er Muskeln anspannt und wieder entspannt und damit die Knochen in Bewegung versetzt. Diese Kontraktionen und Bewegungen werden durch elektrische Impulse ausgelöst, die direkt aus dem Gehirn über die Nervenbahnen gesendet werden.

Die Stimulation kann auch über die so genannte Neuromuskuläre Elektrostimulation oder auch elektrische Muskelstimulation (EMS) geschehen, die die Signale aus dem Gehirn umgeht und Muskeln direkt stimuliert. Dazu werden in der Regel Elektroden benutzt, die direkt auf der Haut angebracht werden.

Je nachdem wie stark die elektrische Stimulation ist und in welchem Abstand und Muster sie erfolgt, kann die EMS auch zur Vermeidung von Muskelschwund, zur Entspannung von Muskeln oder zur Stimulation des Blutkreislaufs eingesetzt werden.

Was ist der Unterschied zwischen BionicGym und anderen EMS-Geräten?

Verglichen mit anderen EMS-Geräten setzt BionicGym laut dem Hersteller eine neue und einzigartige Technik ein die in den letzten zehn Jahren entwickelt wurde. Dabei sollen komplexe Muster elektrischer Impulse im Bereich von 7-8 Hz dafür sorgen, dass die Muskeln anfangen zu zittern. Das natürliche Zittern bei Kälte war, laut Erfinder Louis Crowe, dabei das Vorbild bei der Entwicklung, denn beim Zittern steigt die Stoffwechselrate des Körpers ungefähr um das zwei- bis dreifache.

Durch das Zittern der Muskeln verbrauchen diese mehr Sauerstoff, was zu einer gesteigerten Herzfrequenz und Atmungsfrequenz führen kann. Dies soll laut Crowe zu einem optimalen Kardiotraining führen.

Kombiniert man das Kardiotraining mit BionicGym mit einer gesunden Ernährung soll eine Gewichtsabnahme, gesteigerte Ausdauer, ein verbessertes Immunsystem, ein stärkeres Herz-Kreislaufsystem und eine Reduzierung des ungesunden LDL Cholesterins möglich sein. Zumindest nach Aussagen des Herstellers von BionicGym.

Um zu trainieren wird an beiden Oberschenkeln das BionicGym Pads umgeschnallt, in welchem sich jeweils vier Elektroden befinden, die über Gelpads mit der Haut verbunden sind.

Beide Pads sind dann über Bluetooth mit einer entsprechenden App verbunden, die die Steuerung über verschiedene Programme möglich macht. Dabei sollen Trainings in verschiedenen Stärken simuliert werden.

Zur Start soll nur ein einziges Programm, das etwa eine Stunde lang geht verfügbar sein, dessen Stärke und Intensität vom Nutzer frei wählbar sein soll. Dabei wird die ganze Zeit auch die Herzfrequenz überwacht.

Durch die Position am Oberschenkel wird nicht nur die Muskulatur in den Beinen und Oberschenkeln stimuliert, sondern auch die im Gesäß.

Wieviel Kalorien soll BionicGym verbrennen?

Die Anzahl der bei einem Training verbrannten Kalorien soll laut Hersteller je nach Intensität des Trainings und der eigenen körperlichen Fitness variieren. Ist man fit und nutzt ein Training mit hohe Intensität soll BionicGym etwa so viel Kalorien verbrennen wie beim schnellen Joggen oder Rennen.

Dabei sollte man allerdings bedenken, dass man nicht mehr Sitzen kann wenn man ein Training mit hoher Intensität durchführt, für die Arbeit ist das Training also nur bedingt geeignet.

 

Gibt es Studien oder andere Belege, dass EMS-Training wirklich die Fitness steigern kann?

EMS-Training wird beim Sport und in der Rehabilitation bereits seit vielen Jahren genutzt und ist daher recht gut untersucht. Daher gibt es in diesem Bereich, vom Fett-Weg-Bauchgürtel bis zu professionellen Geräten die in der Reha eingesetzt werden bereits viele Modelle.

Die Effektivität eines EMS-Trainings scheint je nach eingesetztem Muster der Stimulation und der Stärke des Stroms effektiv zu sein. In einem Artikel mit dem Titel “Electrical stimulation for neuromuscular testing and training: state-of-the art and unresolved issues” aus dem Jahr 2010 heisst es “Krafttraining mit EMS fördert die neurale und muskuläre Anpassung in einer Art die konventionellem Krafttraining gleicht”.

Daher soll Training mit EMS ähnlich effektiv sein wie konventionelles Krafttraining.

Der Vorteil von BionicGym soll dabei im besonderen in den entwickelten Programmen und der speziellen Art der elektrischen Stimulation liegen. Diese soll beim Training Resultate ermöglichen die denen von echtem Training sehr ähnlich sein sollen.

Dabei soll das Training mit einem EMS-Gerät oder auch BionicGym allerdings am Besten mit einer gesunden Ernährung und zusätzlichem Krafttraining und Konditionstraining verbunden werden.

Funktioniert BionicGym wirklich?

Natürlich ist der Slogan von BionicGym ohne Bewegung auf der Couch fit zu werden eher vom Marketing inspiriert, trotzdem wurden bereits mehrer Studien durchgeführt, die positiven Auswirkungen des Trainings belegen sollen.

Erfinder Louis Crowe hat in den letzten Jahren 14 Studien veröffentlicht, die bei PubMed eingesehen werden können:

  • Eine Studie aus dem Jahr 2011 zeigt, dass mit Hilfe seiner speziellen Technologie eine ähnliche Herzfrequenz und Sauerstoffverbrauch erreicht werden konnte wie bei herkömmlichem Training.
  • Der selbe Effekt konnte in verschiedenen anderen Studien bei Menschen, die hauptsächlich sitzende Tätigkeiten ausführen, Patienten mit Herzkrankheiten und sportliche aktiven Erwachsenen nachgewiesen werden.
  • Unabhängige Studien, an denen Crowe nicht direkt beteiligt war gibt es, unserer Recherche nach, bisher allerdings nicht.

Hat das Training mit BionicGym Nebenwirkungen?

In der Regel ist das Training mit einem EMS-Gerät recht sicher, es sollte allerdings immer vorher mit dem eignen Arzt gesprochen werden, ob Vorerkrankungen gegen das Training sprechen.

Es kann bei der Benutzung von EMS zu leichten Hautreizungen, Kopfschmerzen oder leichten Schmerzen in der Trainingsregion kommen, diese sind meist aber nur von kurzer Dauer.

Wer allerdings einen Herzschrittmacher oder ein anderes Implantat hat, sollte lieber auf EMS-Training verzichten.

Wieviel kostet BionicGym und wo kann man es kaufen?

Momentan kann man BionicGym nur über die IndieGogo Crowdfunding Kampagne erwerben. Die erste Lieferung der Geräte an die Unterstützer der Kampagne soll laut aktuellen Updates Anfang Dezember 2017 erfolgen.

Zum einem Preis von etwa 400€ erhält man das BionicGym in der Standard-Edition, das aus zwei Pads, der Kontrolleinheit, Gel Pads und einer App besteht, wer mehr möchte kann für etwa 460€ das BionicGym Pro vorbestellen, dass zusätzlich zwei besonder intensive Trainigsmodi beinhalten soll.

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