Der Flash Player von Adobe ist am Ende

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Lange Zeit galt er als das Nonplusultra bei der Bereitstellung von multimedialen Inhalten auf Webseiten. Doch nun scheint das Ende des Flash Players von Adobe gekommen zu sein. Das überrascht uns keinesfalls, schließlich galt das Plug-in schon viele Jahre als Sicherheitsrisiko. Zahlreiche Webfirmen warnten vor der Verwendung, nun hat der Hersteller selbst die Reißleine gezogen. Adobe gab vor kurzem bekannt, das die Firma die Software-Unterstützung für den Flash Player einstellen wird. Damit dürfte das Ende eines des großen Internetpioniers besiegelt sein.

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Bild von Kiều Trường auf Pixabay

Vom Must-have zum ungeliebten Kind

Als das Internet laufen lernte, war der Flash Player von Adobe einfach überall zu finden. Die ersten Grafiken, Animationen und Videos faszinierten uns, die Webseitengestalter setzten daher voll auf den Flash Player. Er ermöglichte es Rastergrafiken und Vektorgrafiken zu zeigen, zu animieren oder auf Wunsch gar zu manipulieren. Seine Programmierung fand in der Skriptsprache ActionScript statt, wir konnten ihn über die Maus, die Tastatur, ein Mikrofon oder eine Kamera steuern.

Kein Wunder also, dass der Flash Player schnell Einzug in zahlreiche Webseiten fand. Ob beim Intro, den Werbebannern, im Menü, bei Spielen, als Videoplayer oder als Basis von Webseiten selbst, der Flash Player war lange Zeit unumgänglich. Er wurde zu einem der am weitesten verbreiteten Webbrowser-Plug-ins überhaupt.

Zahlreiche Anwendungen setzten ihn ein. Darunter waren vor allem die vielen Browsergames, die das Internet nach und nach eroberten. Selbst weltweite Anbieter wie das PokerStars Casino nutzten seine Fähigkeiten, um ihre Angebote wie Roulette und Casino Spiele wie Blackjack online verfügbar machen zu können. Der Flash Player ermöglichte uns jene Spielerfahrung, die wir von Live-Casinos gewohnt waren. So nahm ein Spiel wie Blackjack die letzte Entwicklungsstufe. Mit dem technischen Fortschritt waren plötzlich alle Varianten online spielbar.

Von der Technik überholt

Doch von der ehemals großen Popularität war zuletzt nicht mehr viel übrig. Die Zeiten, in denen der Flash Player weltweit erfolgreiche Spiele, wie beispielsweise Farmville der Softwareschmiede Zynga entscheidend mitgeprägt hatte, sind lange vorbei. Immerhin war diese Entwicklung auch der Startschuss für das Videostreaming, das aus unserer heutigen Gesellschaft fast nicht mehr wegzudenken ist.

Doch die Nachteile der technischen Lösung wurden bald sichtbar. Flash entsprach nicht mehr dem Ethos des freien Webs und konnte bei der rasanten technischen Entwicklung nicht mehr mithalten. Als Ersatz dienten bald unabhängige Browser-Standards. Die Performance und die Sicherheitslücken brachten den Flash Player immer mehr in Verruf. Das sah auch der Hersteller irgendwann ein und kündigte an, seinen ehemals weltweit geschätzten Flash Player bald einzustellen. Nun ist es so weit.

Seit dem 1. Januar 2021 erhält das Plug-in keinerlei technischen Support mehr. Für uns bedeutet dies, dass Adobe seit diesem Zeitpunkt keine Updates mehr liefert. Zwar kann der Flash Player weiterhin genutzt werden, doch kritische Sicherheitslücken machen ihn zu einer Gefahr. Wer also derzeit noch einen Flash Player auf seinem Rechner installiert hat, sollte diesen möglichst bald deinstallieren. Anderenfalls öffnen wir Angreifern Tür und Tor. Adobe hatte mit seiner Vorankündigung dafür gesorgt, dass ohnehin fast alle Webseiten das Plug-in nicht mehr genutzt hatten. Es ist also wirkungslos geworden.

Dazu kam noch, dass zahlreiche Browser den Flash Player bereits seit Jahren in ihren Grundeinstellungen deaktiviert hatten. Zum Teil wurde er gar ganz entfernt. Die Einstellung der Software-Unterstützung trifft uns also alles andere als überraschend oder gar hart. Alte Webseiten und Spiele werden in Zukunft nicht mehr funktionieren. Das trifft auch die Spieler von Farmville. Das Game ist mit 1. Januar 2021 ebenfalls Geschichte. Selbst wenn jemand das Risiko weiterhin eingehen möchte, hat er Pech. Ab 12. Jänner wird der Flash Player laut Adobe Inhalte blockieren. Dazu kommt noch, dass die großen Webbrowser wie Chrome den Support vollständig entfernen werden.

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Bild von James Osborne auf Pixabay

Es ist daher höchste Zeit, sich von einem liebgewonnenen alten Bekannten namens Flash Player zu verabschieden. Sein langsames Dahinscheiden dauerte nun immerhin schon ganze zehn Jahre. Denn bereits der legendäre Apple-Gründer Steve Jobs läutete im Jahr 2010 das Ende von Adobes ehemaligen Vorzeigeprodukt ein. Er machte klar, dass er einen Support von Flash am iPhone niemals zulassen werde. Zu groß waren seine Bedenken hinsichtlich von Sicherheit und Leistung. Die Geschichte gab ihm mit etwas Verspätung recht. Seit Herbst 2020 ist bereits das iPhone 12 auf dem Markt und erlebt immer wieder technische Schwierigkeiten. Doch während sich ein flackerndes Display lösen lässt, waren die Probleme des Flash Players einfach zu umfangreich. Er ist nun endgültig Geschichte.

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