Meine Frau, mein Controller und ich – Online Gaming in Beziehungen

Meine Frau, mein Controller und ich – Online Gaming in Beziehungen 1

Online Games zerstören Beziehungen. Manchmal. Manchmal machen sie sie sogar besser. Nämlich dann, wenn die beiden Partner zusammen spielen. 349 Paare wurden von Forschern der Brigham Young University befragt, ob und wie Online-Spiele ihre Beziehung beeinflussen. Wie zu erwarten gab ein großer Teil der Befragten an, unglücklich damit zu sein, dass der Partner zu viel Zeit mit dem Spielen von Online-Games verbringt. Dabei war wenig überraschend ein Großteil der Langzeitspieler männlich, während sich vor allem Frauen an den Gaming-Aktivitäten ihres Mannes störten. Interessant ist dabei allerdings, dass nicht die Spielzeit an sich als störend empfunden wurde, sondern die damit einhergehenden Veränderungen im Alltagsrhythmus. Gamer gehen in der Regel später ins Bett, schlafen deshalb weniger und haben weniger Sex. Die gemeinsam verbrachte Zeit nimmt ebenfalls ab, im Gegensatz zu anderen Hobbies sitzen Onlinespieler direkt vor ihren Partnern und sind trotzdem nicht für sie erreichbar. Das führt verständlicherweise zu Schwierigkeiten in der Beziehung; schon mancher Zocker musste wahrscheinlich schon bei Google nach der Frage „Wie bekomme ich meinen Ex zurück?“ suchen, denn fast 30% gaben an, sich schon einmal aus diesem Grund getrennt zu haben.

Gemeinsames Zocken verbessert die Beziehung

Nicht so bei Paaren, die das Interesse für Online-Games teilten. 76% der befragten Paare, bei denen beide Partner spielen, gaben an, dass Online-Gaming ihre Beziehung nicht nur nicht verschlechtert, sondern sogar einen positiven Effekt auf die Partnerschaft hat. Im Gegensatz zu Paaren, bei denen nur ein Partner spielt, haben diese Paare nämlich ein gemeinsames Hobby gefunden, dass es ihnen ermöglichte, mehr Zeit miteinander zu verbringen. Und das ist der entscheidende Faktor. Gemeinsame Zeit hat in vielen Studien nachweislich einen positiven Effekt auf eine Beziehung. Während diese bei Paaren, bei denen nur ein Partner Zeit und Energie in ein bestimmtes Hobby investiert, in der Regel reduziert wird, führen Interessen, die es ermöglichen, Zeit als Paar zu verbringen, nachweislich zu einer höheren Zufriedenheit in einer Beziehung. Dabei ist es egal, welcher Art das gemeinsame Hobby ist, solange beide Partner gleichermaßen Freude daran haben. Wenn der Partner das nächste Mal Stunden vor dem Bildschirm verbringt, ist es also vielleicht sinnvoll, sich nicht aufzuregen, sondern stattdessen selbst einen Controller zu schnappen.

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