Die Geschichte des Gamings – ein Porträt unserer Gesellschaft

Die Geschichte des Gamings – ein Porträt unserer Gesellschaft 1

Die Geschichte des Spielens ist ebenso vielschichtig und interessant, wie die Geschichte der menschlichen Gesellschaft an sich. Das Spiel als solches war immer eine Betätigung mehrerer Personen miteinander. Das Ziel: Langeweile vertreiben, Geld gewinnen oder einfach etwas Spaß haben. Doch so, wie sich das Gesicht der Spielewelt verändert hat, ändern sich auch viele Dinge in unserem modernen Leben. Interessant ist zu sehen, wie diese Änderungen teilweise im Gleichschritt vonstattengehen.

Glücksbasierte Spiele – so alt wie die Geschichtsschreibung selbst

Im alten China, so sagt man heute, haben die Menschen früher mit Steinen gewürfelt, noch bevor es die ersten Würfel gab. Glücksspiele, bei denen Menschen einen Einsatz gebracht und damit am Ende gewonnen oder aber alles verloren haben, gibt es schon sehr lange. Spätestens von römischen Soldaten weiß man, dass sie beim Würfelspiel Beutestücke eingesetzt haben, um das Spiel interessanter zu gestalten.

Würfelspiel aus dem alten England

Manche der heutigen Würfelspiele haben ihre frühen Wurzeln noch in dieser Zeit. Im Laufe der Jahrhunderte wurden sie allerdings immer weiterentwickelt, bis sie zu dem wurden, was sie heute oftmals sind: klassische Casinospiele beispielsweise. Nehmen wir als Beispiel das Würfelspiel Craps. Die Entwicklung dieses beliebten Klassikers lässt sich bis ins Britannien des 12. Jahrhunderts n. Chr. zurückverfolgen. Hazard hieß das damals angesagte Würfelspiel, das vergleichsweise kompliziert war. Es wurde vor allem von Rittern und Adligen gern zum Zeitvertreib gespielt.

Hazard wanderte schließlich über den Ärmelkanal und kam nach Frankreich, wo es einige Veränderungen erfuhr. Im 18. Jahrhundert soll dann ein Spiel, das stark an das heutige Craps erinnert und eben seine Wurzeln im britischen Hazard hat, in die USA gekommen sein. Erst im Jahr 1907 war es der Würfelproduzent John Will, der die Regeln des modernen Craps festlegte und damit einen echten Casino-Klassiker produzierte. Fortan wurde Craps erst in den USA und später dann in vielen Casinos weltweit gespielt.

Ein weiterer Klassiker im Porträt

Ein anderes Beispiel für geschichtsträchtige Glücksspiele ist Roulette. Heute ist kaum ein Casino ohne Roulette vorstellbar. Dabei war das Spiel im 18. und 19. Jahrhundert in Europa teilweise verboten. Die Grundidee des Spiels hat sich in all den Jahrhunderten nicht geändert – sehr wohl aber die Ausführung. So spielte man zu Beginn mit 28 Zahlen. Davon gab es eine 0 und eine 00 – zwei Felder, die quasi der Bank gehörten. Nur wer direkt auf diese Felder gesetzt hatte, verlor nicht den vollen Einsatz.

In der amerikanischen Version, die sich ab dem 18. Jahrhundert in den USA verbreitete, gab es anfangs zwei Null-Felder und einen Adler, der für die amerikanische Unabhängigkeit stand. Damit waren drei Felder mit Hausvorteil versehen – was diesen auf rund zehn Prozent anhob. Diese Variante setzte sich nicht durch. Besonders beliebt sind heutzutage Roulette-Spiele im Internet. Wie hochwertig dabei viele Angebote sind, sieht man beispielsweise, wenn man sich das Online Roulette im Test ansieht. Dort spielt man Roulette mit einem Kessel mit 38 Zahlen und wahlweise nach der französischen Variante mit einer Null oder der amerikanischen Variante mit zwei Nullen.

Spiele außerhalb der glücksbasierten Welt

Doch auch außerhalb der Welt des Casinos hat sich die Spielewelt weiterentwickelt. Heute ist vieles digital und teilweise international vernetzt. Außerdem findet man heute viel mehr Ansätze, das Thema Games für die Bildung in der Schule und die generelle Formung der Gesellschaft zu nutzen.

Waren es früher überwiegend Brett-, Würfel- und Kartenspiele, an denen Familien und Freunde manche Stunde miteinander saßen, wuchs im Laufe des ausklingenden 20. Jahrhunderts die Zahl der Menschen, die an der Spielekonsole und dem Computer spielten. C64, Amiga, Master System II und Nintendo hießen die ersten Vertreter dieser digitalen Spieleportale. Mit großen Augen saßen Kinder und teilweise auch Eltern vor den Bildschirmen und genossen die verpixelte Grafik.

Pen & Paper – eine neue Form, die Fantasie schweifen zu lassen

Nahezu parallel zu der immer größer werdenden Zahl an Fans des virtuellen Spiels, wuchs auch die Zahl der Menschen, die allein mit ihrer eigenen Fantasie ganze Welten entstehen ließen. Pen & Paper war in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ein wahnsinniger Boom. Titel, wie Vampire oder Das Schwarze Auge, erreichten schwindelerregende Verkaufszahlen. Dabei entstand das Spielfeld zur Gänze in den Gedanken des Spielleiters, der seine Spieler mit auf eine fantastische Reise nahm.

Der Spielemarkt wird immer globaler

Heute gibt es sowohl die klassischen Computer- und Konsolenspiele, Internetspiele und Offline-Spiele, wie Pen & Paper. Die Statistik zeigt allerdings, dass der Verkauf von Spielekonsolen beispielsweise deutlich zurückgegangen ist in den letzten Jahren. So wurden im Jahr 2018 nur etwas mehr als halb so viele Spielekonsolen verkauft, wie im Jahr 2008. Das kann daran liegen, dass die Konsolen heute deutlich teurer sind und daher über einen längeren Zeitraum genutzt werden – aber auch daran, dass viele Gamer wieder auf den PC und das Spiel im Internet setzen.

Browsergames, Online-PC-Spiele, Online-Casinos und Online-Konsolenspiele, das sind die Spiele, die heute den Markt regieren. Online-Rollenspiele sind dabei so beliebt wie Pen & Paper. Klassische Brettspiele haben im Herzen vieler Spieler allerdings ebenfalls noch immer einen Platz. Das dabei sogar Berufe im Spielerbereich entstehen, ist eine fast schon logische Entwicklung unserer digitalen Zeit.

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