Zolo Liberty+ im Test – Toller Sound, kleine Macken

Die Zolo Liberty+ habe ich Euch schon im Juni des letzten Jahres kurz vorgestellt. Mittlerweile sind die über Kickstarter finanzierten komplett kabellosen Bluetooth Kopfhörer auch bei mir eingetroffen. In diesem kurzen Review zeige ich Euch die Stärken und Schwächen.

Achtung: Dieses Review bezieht sich auf die Liberty+ von Zolo. Diese sind eine erweiterte Version der Zolo Liberty, die es auch bereits bei Amazon gibt. Worin die Unterscheide zwischen bedien Versionen liegen, könnt Ihr im Review unten lesen.

Zolo Liberty+ Test

Bevor ich zum eigentlichen Review komme, gibt es für alle die den Artikel im Juni nicht gelesen haben noch eine kurze Zusammenfassung.

Die Zolo Liberty+ sind komplett kabellose Kopfhörer, die einfach ins Ohr gesteckt werden können. Auf ein Kabel zwischen beiden Earbuds wird komplett verzichtet.

  • erhältlich in schwarz oder weiss
  • Mit Lade-Case
  • Stereo, Graphene als Nanomaterial für besten Sound
  • Spezielle Passform “GripFit”
  • Bluetooth 5 mit LDS Antenne
  • Alex, Siri und Google Assistant auf Knopfdruck im Ohr
  • Laufzeit 3,5 Stunden, im Case Energie für insgesamt 48 Stunden

Nachdem es in der Produktion und auch dem Versand noch einige Probleme gab, konnte ich meine Zolos Anfang Dezember endlich in den Händen halten. Genug Zeit für einen ausführlichen Test, der viele Stärken, aber auch ein paar entscheidende Schwächen gezeigt hat.

Unterschied zwischen Zolo Liberty und Liberty+

Zolo hat die Produktion seiner Earbuds über Kickstarter finanziert. Über Kickstarter sind die Liberty+ erhältlich, die Mitte des Jahres auch bei Amazon zu Kaufen sein sollen.
Die Unterschiede zwischen beiden Versionen sind ein leicht vergrößerter Graphene-Treiber, der für besseren Klang sorgen soll, die Unterstützung von Bluetooth 5 statt 4.2 sowie der Transparency-Mode der Außengeräusche durchlässt.

Design & Verarbeitung

Hier punkten die Zolo Liberty+ ganz klar. Das Lade-Case ist aus Aluminium gefräst, liegt gut in der Hand und ist sehr hochwertig verarbeitet. An der Front befinden sich drei kleine LEDs, die nach einem leichten Schütteln des Case den Ladestand anzeigen. Das Case ist einerseits Schutz für die Earbuds, andererseits aber auch eine Art Powerbank, die die Kopfhörer wieder auflädt. Die Earbuds passen genau in die Aussparungen und rasten durch einen kleinen Magneten einfach ein. Nutzt man jedoch einen der etwas dickeren Bezüge für den Kopfhörer ist es manchmal recht mühsam sie wieder aus dem Case zu nehmen.

Die Zolo Earbuds selber sind sehr klein und kompakt, ebenfalls gut verarbeitet und bisher recht robust. einmal ins Ohr eingesetzt sitzen sie bei mir sehr fest und fallen auch beim Joggen oder anderen sportlichen Aktivitäten nicht raus. Der Tragekomfort ist selbst nach einigen Stunden noch sehr gut. Beiliegend gibt es noch drei verschiedene Aufsätze die für fast jede Ohrgröße funktionieren sollten.

Technik & Klang

Technisch sind die Zolo Liberty+ sehr fortschrittlich. Sehr kleine Bausweise, stabile Bluetooth Verbindung und ein für die Größe wirklich außergewöhnlich guter Klang. Der Bass ist satt und lässt sich über den in der App eingebauten Equalizer auch steuern. Dieser bietet Einstellungen für Pop, Jazz, EDM, Classical undBalanced. Da ich mal Musik, mal Podcasts oder Hörbücher höre, ist für mich “Balanced” an sinnvollsten.

Über die Bluetooth-Einstellung lassen sich die Earbuds einfach mit jedem Smartphone koppeln und direkt nutzen. Das klappt meist sofort und einfach.

Einfache Bedienung mit einem Button

An den Earbuds befindet sich lediglich ein Knopf, der verschiedene Funktionen erfüllt:

  • Ein kurzer Druck startet oder stoppt die aktuelle Wiedergabe. Kommt gerade ein Anruf rein, wird dieser angenommen oder beendet.
  • Ein etwas längerer Druck am rechten Earbud startet die Wiedergabe des nächsten Tracks, am linken Earbud geht es einen Track zurück.
  • Drückt Ihr den Knopf mehr als drei Sekunden, wird der Transparency-Mode aktiviert
  • ein kurzes doppeltes Drücken aktiviert Siri auf iOS und den Google Assistant unter Android

Die Bedienung funktioniert gut, mir fehlt aber die Regulierung der Lautstärke, das geht leider nur über das Smartphone. Auch der Transparency-Mode ist interessant, denn er aktiviert über ein kleines Mikrofon die Außengeräusche. Dadurch könnt Ihr einerseits Musik hören, seid aber auch nicht ganz von der Umwelt abgeschnitten. Durch ein leichtes Rauschen und “Hall-Effekt” macht mir der Transparency-Mode aber wenig Spaß. Ausschalten lassen sich die Liberty+ nur indem sie wieder in die Ladeschale gelegt werden, genauso werden sie auch erst beim Herausnehmen aktiviert und verbinden sich per Bluetooth mit dem Smartphone.

Die Bluetooth Verbindung ist sehr stabil und hat nur gelegentlich kurze Aussetzer. Die Reichweite liegt Indoor bei etwa 6-10 Metern und ist damit wirklich gut.

Sound grandios – Video leider nicht

Wer gerne Musik hört, oder auch mal einen Podcast, der wird mit den Zolo Liberty+ absolut zufrieden sein. Keine Bluetooth-Kopfhörer in der Größe und Preisklasse klangen in meinen Ohren besser. Meiner Meinung nach braucht sich der Klang absolut nicht hinter Apples Earbuds zu verstecken.

Wer seine neue gewonnene kabellose Freiheit allerdings auch nutzen möchte um Netflix oder Youtube zu schauen, der wird schwer enttäuscht. Auf allen getesteten Endgeräten hatte ich eine Verzögerung von fast einer Sekunde zwischen Video und Sound. Damit macht kein Film oder keine Serie Spaß. Ob Zolo es schafft dieses Latenzproblem per Software-Patch zu lösen ist bisher nicht bekannt.

Akku & App

Zolo liefert eine Companion-App mit, die bisher noch wenige Funktionen bietet. Lediglich der Equalizer, der Transparency-Mode und die Konfiguration des Voice Assistant sind möglich. Auch eventuelle Updates der Earbud Firmware werden wohl über die App ausgeliefert.

Der Akku hält das was Zolo verspricht, schliesslich haben sie sich dafür auch den Hersteller Anker mit ins Boot geholt, der mit Powerbanks und technischen Gadgets schon viel Erfahrung hat. Bei kontinuierlicher Benutzung kann ich etwa 3-4 Stunden Musik hören, bevor den Liberty+ der Saft ausgeht. Im Case selber ist genug Energie gespeichert um beide Earbuds etwa 16mal komplett aufzuladen. Genug für fast 48 Stunden Musikgenuss.

Mein Fazit zu den Zolo Liberty+

Selten war ich bei einem Test so zwiegespalten. Ich habe mich als Backer viele Monate auf die Lieferung der Earbuds gefreut und jeden Entwicklungsschritt mit Spannung verfolgt. Als ich die Earbuds das erste mal in den Händen gehalten habe war ich sowohl von der Verarbeitung als auch dem Klang absolut begeistert.

Mit einigen Wochen der Benutzung haben sich aber auch ein paar Schwächen gezeigt, die absolut hätten vermieden werden können. Die Latenz zwischen Video und Audio ist nicht nur unangenehm, sondern macht die Nutzung der Zolos für diesen Zweck komplett unmöglich. Auch die fehlende Lautstärkenregulierung an den Earbuds selbst fehlt mir im Alltag, genauso wie die Integration von Amazons Alexa, die zwar versprochen wurde, bisher aber noch nicht umgesetzt werden konnte.

Auch das Herausnehmen der Ohrhöhrer aus dem Case gestaltet sich unnötig “frickelig” und frustrierend. Zudem schalten sie sich nicht jedesmal ein, manchmal braucht es 2-3 Versuche bis sich die Liberty+ aktivieren und mit dem Smartphone pairen.

Bei fast allen diesen Schwächen könnte Zolo mit einem Update Abhilfe schaffen, ob und wann dies aber geschieht ist bisher noch vollkommen unklar.

Wer allerdings kabellose Bluetooth Kopfhörer sucht, die einen tollen Klang haben, einfach zu bedienen sind und absolut stylish aussehen der kann hier zugreifen!

Bisher sind bei Amazon lediglich die Liberty ohne plus erhältlich, wer allerdings auf die App sowie den Transparency-Mode verzichten kann, kann auch hier bedenkenlos bestellen.

 

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