Test: Soundcore Liberty 3 pro – aktive Geräuschunterdrückung und personalisierter Sound mit HearID

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Anker hat mit seiner Premium-Marke Soundcore heute die brandneuen Soundcore Liberty 3 pro vorgestellt. Diese bieten viele Features, die man sonst nur von Wireless Kopfhörern der Preisklasse über 250 Euro kennt, zu einem Preis unter 150 Euro. Doch was taugen die Liberty 3 pro und werden sie den hohen Ansprüchen gerecht?

Wir konnten die neuen kabellosen Kopfhörer von Soundcore seit einer Woche testen – und sind sehr angetan von der Soundqualität. Doch gibt es auch ein paar kleinere Mankos. Mehr dazu könnt Ihr in unserem Review lesen.

Vollmundig werden die Liberty 3 pro damit beworben, dass 20 Grammy-ausgezeichnete Audioproduzenten die Kopfhörer getestet und empfohlen haben. Was zuerst nach viel Marketinggetöse klingt, hat sich nach den ersten Tagen in unserem Test als durchaus gerechtfertigt gezeigt. Denn die Soundcore-Kopfhörer sind nicht nur vollgepackt mit neuester Technik und Features, sondern können auch klanglich ziemlich überzeugen. Und dass ist uns bei aller Technik dann doch am wichtigsten.

Doch bevor wir etwas mehr zum subjektiven Klang sagen, reden wir doch zuerst über die technischen Fakten. Die Liberty 3 pro bringen dank neuer ACAA 2-0-Technologie feine Zwischentöne und Nuancen tief in eure Ohren. Das Triple-Point-Design und eine integrierte Druckentlastung sorgen für einen sehr guten und festen Sitz, ohne bei langer Tragezeit zu stören. 4 verschiedene EarTips aus Flüssigsilikon und die flexiblen EarWIngs halten die kabellosen Kopfhörer wirklich in fast jeder Lage sicher im Ohr – ohne zu stören. Wir haben es mit Joggen versucht, Radfahren und natürlich auch bequem auf dem Sofa liegend. Nie waren die Kopfhörer unbequem oder haben ein unangenehmes Gefühl hinterlassen.

Technische Features der Soundcore Liberty 3 pro

Über das von Soundcore entwickelte ACAA 2.0 haben wir ja bereits gesprochen, doch der chinesische Hersteller bietet noch weit mehr. Der LDAY-Codec überträgt bei kompatiblen Geräten die dreifach Datenmenge im Vergleich zu Standard Bluetooth-Formaten. Das lässt sich durchaus hören, denn so kommen auch feinere Nuancen und Frequenzen an, die sonst der Kompression des Codecs zum Opfer gefallen wären. Um dies aber noch weiter zu verbessern, bietet Soundcore mit HearID eine Personalisierung des Klangerlebnisses an, das ganz auf eure Ohren zugeschnitten ist. Möglich macht dies die passende App, die in etwa 4 Minuten verschiedene Frequenzen abspielt, die ihr entweder hört – oder nicht. Wählbar sind zum Einstieg verschiedene Altersgruppen, zu meinem Entsetzen musste ich feststellen, dass ich mittlerweile in die letzte Gruppe gehöre. Anschliessend werden, für jedes Ohr getrennt, verschiedene Töne abgespielt, bei denen ihr bestätigen müsst, ob ihr sie hört. Anhand der so gesammelten Daten wird dann euer Soundprofil angepasst und gespeichert. Dabei werden dann Frequenzen aktiv verstärkt, die ihr sonst vielleicht verpasst hättet.

In der Praxis macht diese Personalisierung, im Vergleich zur Standardkonfiguration, bei meinem ungeübten Ohren schon einen Unterschied. Laut HearID höre ich bestimmte Frequenzen kaum, die verstärkt die Musikstücke doch leicht anders klingen lassen. Für mich nicht nur eine Spielerei, sondern ein echter Mehrwert.

Active Noise Cancelling ANC

Ungewöhnlich in dieser Preisklasse ist die ANC-Funktion, die sonst erst bei teureren kabellosen Kopfhörern angeboten wird. Auch hier kommt das die HearID-Technologie wieder zum Einsatz. Kleine in den Kopfhörern verbaute Mikrofone nehmen die Umgebungsgeräusche auf und passen das Active Noise Cancelling stetig an. Im unserem Test funktioniert das in vielen Alltagssituationen ziemlich gut. Besonders an lauten Straßen, Bahnhöfen oder anderen Plätzen mit kontinuierlichen Hintergrundgeräuschen.

Aber nicht in allen Situationen ist es sinnvoll, sich komplett von den äußeren Geräuschen abzuschotten. In diesen Fällen hilft der „HearThrough“ Modus, der Außengeräusche über die Mikrofone aufnimmt und in die Kopfhörer einspielt. Auch das funktioniert gut, ist aber mit einem leichten Rauschen verbunden.

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Verarbeitungsqualität

Im ersten Moment war ich, zugegebenermaßen, vom mangelnden Gewicht der Kopfhörer etwas verunsichert. Bisher nutze ich wesentlich schwerere Exemplare und bin dieses Gewicht auch gewohnt. Doch nach ein paar Stunden weiss ich das fehlende Gewicht sehr zu schätzen, denn es ist mehrmals vorgekommen, dass mir gar nicht mehr bewusst war, die Soundcore Liberty 3 pro überhaupt noch im Ohr zu haben. Abgerundet wird das ganze von der sehr hochwertigen Verarbeitungsqualität der Kopfhörer und des Ladecases. Bei der ersten Benutzung habe ich versucht das Case aufzuklappen und wollte schon über den fummeligen Mechanismus meckern. Bis mir auffiel, dass sich das Case ganz leicht nach oben hin aufschieben lässt. Dieser Slider-Mechanismus ist nicht nur extrem cool, er macht die Bedienung auch viel einfacher. Einziges Manko: Die Kopfhörer liegen seitlich in der Ladeschale, trotz Magnetfixierung empfinde ich das Einlegen der Kopfhörer als etwas fummelig.

Akkulaufzeit und Ladezeit

Soundcore selber gibt eine eine Wiedergabezeit von sechs Stunden mit aktiviertem ANC und acht Stunden ohne Geräuschunterdrückung an. Das kann ich aus unserem Test bestätigen, länger haben bei mir kaum andere Kopfhörer durchgehalten. Das Ladecase selbst bietet 24 bis 32 Stunden zusätzliche Wiedergabezeit an. Dank Fast-Charge reichen 15 Minuten im Case aus um die Kopfhörer wieder knapp drei Stunden nutzen zu können. So ist mir tatsächlich, trotz intensiver Nutzung nicht ein einziges mal der Saft ausgegangen.

Soundcore App – Einstellungssache

Ich weiss, dass es heutzutage ohne eine Companion-App kaum noch geht. Wie sonst sollten die ganzen Einstellungen wie HearID oder Updates der Firmwaren sonst funktionieren. Die Soundcore-App bietet viele Konfigurationsmöglichkeiten und Funktionen und lässt sich durchweg gut bedienen, trotzdem hat mich die Bedienung manchmal etwas genervt. Dazu beigetragen hat der Registrierungszwang beim ersten Start der App – der Bestätigungs-Code wurde nicht direkt zugestellt, das selbstgewählte Passwort funktionierte kurzzeitig nicht. Für mich war das ein kleiner Knick in der Begeisterungskurve in den ersten Stunden der Benutzung. Mittlerweile habe ich die App nach der Ersteinstellung aber nur wenig genutzt und kann gut damit leben.

Mein Fazit zu den Soundcore Liberty 3 pro

Ich war etwas skeptisch, ob die Soundcore Liberty 3 pro meine bisherigen Lieblingskopfhörer von Jabra wirklich übertreffen können. Aber nach ein paar Tagen habe ich immer öfter nur die Liberty 3 pro genutzt. Ja, der Einlegemechanismus ist etwas fummelig und ich mag auch lieber einen physischen Knopf statt Touchbedienung, aber der Klang ist so ausgewogen und dank HearID auch wesentlich nuancierter, dass ich meine Jabra-Kopfhörer in die Schublade verbannt habe. Und das will wirklich etwas heissen.

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