Musk-Tweet lässt Bitcoin abstürzen

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Der Tesla und Space-X Gründer Elon Musk twittert gerne und häufig. Oft beeinflusst er mit seinen Äußerungen auch kurzfristig wichtige Aktienkurse. In den letzten Wochen hatten Tweets des Crypto-Experten schon für steigende Kurse, insbesondere bei der eigentlich als Scherz gestarteten Währung Dogecoin gesorgt.

Doch hatten Musks Tweets im vergangenen Monat, nach Bekanntgabe dass Tesla für knapp 1,5 Milliarden Bitcoin kaufe und auch als Zahlungsmittel zulassen möchte, noch den Kurs des Bitcoin explodieren lassen, ging es diesmal nach nur einem Tweet wieder rasant nach unten. Zwischenzeitlich befand sich der Bitcoin mit einem Wert von knapp 42.000 Dollar sogar auf einem 3-Monatstief. Ein herber Rückschlag für alle Cryptoanleger, wie zum Beispiel bei Bitcoin Era.

Doch, was ist eigentlich passiert?

Bereits zum Wochenstart gerieten der Bitcoin und damit auch viele der Altcoins massiv unter Druck, nachdem Musk andeutete Tesla hätte bereits einige der gerade erst gekauften Bitcoins wieder verkauft oder habe dies in naher Zukunft vor. Befeuert wurde diese Annahme durch eine Antwort auf eine Nachricht eines Twitter Nutzers.

Doch nur kurze Zeit später relativierte der Tesla-Gründer seine Aussagen bereits und verkündete: “Um Spekulationen klarzustellen, Tesla hat keine Bitcoin verkauft“. Doch da war der Kurs der wichtigsten Crypto-Leitwährung bereits massiv gefallen und zog auch andere Währungen wie Ether, XRP oder Dogecoin mit sich. Zwar hat sich der Kurs inzwischen wieder erholt, liegt aber immer noch tief in der Verlustzone für viele Anleger, die erst in den letzten Monaten eingestiegen sind. Damit zeigt sich wieder, wie einfach der Bitcoin-Kurs zu beeinflussen ist und wie volatil der Markt sich immer noch zeigt.

Hintergrund der ganzen Aufregung ist, dass Musk eigentlich ein Großer Befürworter und Crypto-Enthusiast ist. Erst im Februar hatte sein Unternehmen Tesla angekündigt bereits 1,5 Milliarden US-Dollar in Bitcoin investiert zu haben und die Cryptowährung auch als Zahlungsmittel im eigenen Onlineshop zuzulassen. Zumindest die letzte Ankündigung wurde bereits zurückgenommen. Musk verwies hier auf die sehr schlechte Umweltbilanz der Cryptowährung. Das lässt sich auch kaum bestreiten. Bislang wurden rund 600 Millionen Transaktionen durchgeführt, die eine nicht unerhebliche Menge an Energie verbrauchen. Mit knapp 117 Terrawattstunden pro Jahr ist der Energiehunger der Cryptowährung rasant gestiegen. Das macht das Mining in vielen westlichen Ländern sehr unrentabel und sorgt dafür, dass die Hauptlast in Schwellenländern liegt, deren Kraftwerke nur wenig an unseren Klimazielen gelegen ist.

Um den abstrakten Zahlen etwas mehr Gestalt zu verleihen: Der jährliche Energieverbrauch für das Bitcoinmining, das für das validieren der Transaktionen und die Blockchain notwendig ist, wird soviel Energie benötigt wie Österreich und die Schweiz zusammen verbrauchen. Da chinesische Miner aber aufgrund des dort niedrigen Strompreises mittlerweile fast 50 Prozent der Rechenleistung beitragen, bedeutet dass, das der für die Validierung der Transaktionen notwendige Strom zum großen Teilen aus fossilen Brennstoffen stammt und damit das Weltklima stark belastet. Prognostiziert wird ein jährlicher Treibhausgasausstoß aller Kryptowährungen von 40 bis 70 Millionen Tonnen. Das sorgt auch für immer mehr kritische Stimmen, denen sich Musk, zumindest zum Teil, nun auch angeschlossen hat.

Gemessen an anderen Transaktionsarten ist der Bitcoin momentan ein echter Umweltsünder. Laut Berechnungen sorgt eine Transaktion für etwa 313 Kilo CO2. Im Vergleich dazu könnte, bei gleichem CO2-Verbrauch etwa 700.000 mal mit einer Kreditkarte bezahlt werden. Ob und wie sich die Umweltbilanz der digitalen Währungen verbessern lässt, darüber sind sich Experten uneinig. Jedoch könnte der Diskurs den Weg für klimafreundlichere Cryptowährungen, wie zum Beispiel IOTA, bereiten.

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