Muse im Test – Meditation und Biofeedback über Hirnwellen

Biofeedback-Systeme können dabei helfen innere Balance zu erreichen, Stress zu reduzieren oder die eigenen Entspannungstechniken zu überwachen. In unserer Artikelserie haben wir bereits drei verschiedene Systeme mit unterschiedlichen Ansätzen unter die Lupe genommen. Alle bisher getesteten Systeme überwachen den Herzschlag und die Herzfrequenzvariabilität (HRV) des Benutzers und geben anhand dessen Feedback über eine App oder eine Software.

Einen ganz anderen Ansatz nutzt das Biofeedback-System von Muse, das “brain sensing headband”.

Muse Biofeedback System

Wie funktioniert das Muse headband von InteraXon?

Statt auf den Puls und die HRV zu setzen um Stress und Entspannung zu messen geht das Muse Headband einen ganz anderen Weg. Über einen Sensor, der über die Ohren an der Stirn befestigt wird, werden die Gehirnwellen gemessen und ausgewertet. In der Medizin ist diese Technik auch als Elektroenzephalografie oder EEG bekannt.

Über sieben speziell kalibrierte Sensoren, die im Stirnband verbaut sind wird die Aktivität des Gehirns gemessen und per Bluetooth an die Muse-App übertragen.

Die Muse-App ist das zentrale Element des Biofeedback-Systems und wirklich gut gelungen. Nach dem Start der App und der Verbindung mit dem Stirnband können verschiedenen Meditationsübungen gestartet werden. Die geführten Meditationen sind mit eine Soundkulisse hinterlegt, die direkt anzeigt wie konzentriert man ist.

Folgende Soundkulissen sind verfügbar:

  • Meer
  • Regenwald
  • Wüste
  • Stadtpark
  • Ambient Music

Je nach dem Grad der Entspannung und Tiefe der Meditation verändert sich die Geräuschkulisse ganz subtil. Ist man besonders entspannt, hört man Vogelgezwitscher.

Dazu kann man sich dann durch verschiedenen Meditationen führen lassen, die Stimme ist sehr angenehm, allerdings nur auf Englisch verfügbar. Weitere Meditationen und Übungen lassen sich einfach und kostenlos über die App herunterladen.

Nachdem man eine Übung abgeschlossen hat, kann man die Daten speichern und in die Cloud übertragen lassen. So kann man seinen Fortschritt über einen längeren Zeitraum hinweg beobachten.

Wer nur wenige Minuten Zeit hat, kann mit einer kurzen Meditation von drei Minuten entspannen, wer mehr Zeit hat, der kann bis zu 60 Minuten einstellen.

Muse als offenes System, weitere Apps

Da das Muse System offen ist und für interessierte Entwickler zugänglich, gibt es auch eine kleine Anzahl alternativer oder ergänzender Apps. Sehr interessant finde ich die App “EEG 101“, die auf unterhaltsame und informative Weise zeigt, wie ein EEG funktioniert und wie sich mit Hirnwellen sogar Aktionen auslösen lassen. Mit “Brain2Midi” lassen sich die über das Muse Stirnband gemessenen Signale an einen Midi-Controller übertragen und so Musik mit Gehirnwellen erstellen. Der “Muse Monitor” zeigt die gemessenen EEG-Signale in Echtzeit an und lässt diese auch im CSV-Format exportieren.

Aber auch außerhalb des Smartphones gibt es eine rege Community, die Anwendungen für Muse entwickelt oder in dieser Richtung weiter forscht. So ist das Muse Biofeedback System nicht nur für Anwender, sondern auch für Universitäten oder Forschungseinrichtung interessant.

Mein Fazit zum Muse Stirnband

Mir hat das Muse Biofeedback System wegen der einfachen Anwendung und der sehr guten geführten Meditationen  sehr gut gefallen. Möchte ich mich selber entspannen und auf eine geführte Meditation verzichten, lasse ich einfach eine der Soundkulissen laufen und bekomme über die subtilen Veränderungen sofortiges Feedback ob ich noch richtig meditiere oder mit den Gedanken abschweife. Für mich sind die geführten Meditationen auf englisch gut verständlich, trotzdem ist es für viele Anwender ein Hindernis.

Beeindruckend finde ich allerdings die Menge an alternativen Apps und Forschungprojekten zu Muse. Hier wird sich in den nächsten Jahren noch viel entwickeln und sich spannende neue Anwendungen für Muse ergeben.

Erhältlich ist das Muse headband bei Amazon fürca. EUR 269,00 (Mehr Informationen). Kein günstiger Preis, aber für die Vielfältigkeit und das gebotene offenen System trotzdem sehr angemessen.

Das könnte Dich auch interessieren...

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.