Im Test: StressChecker Profi – HRV Biofeedback von Respilex

Biofeedback Systeme nutzen die Visualisierung von körperlichen Funktionen, meist des Pulses, dazu Stress oder Entspannung sichtbar zu machen und damit einen Lern- oder Trainingsprozess in Gang zu bringen. So kann die Biofeedback Methode dabei helfen, Stress zu messen und zu senken aber auch durch Stress ausgelöste Erkrankungen wie Reizdarm, Migräne oder Depressionen zu behandeln. Mehr allgemeine Informationen zum Thema Biofeedback finden sich in unserem Artikel “Biofeedback Systeme zur Stressreduktion im Überblick“.

Was ist der StressChecker von Respilex?

Der StressChecker ist ein Biofeedback-System, das mit der Messung des Pulsschlags und der Herzratenvariablität (HRV) eine objektive Stressmessung ermöglicht. Der StressChecker kann sowohl im privaten Umfeld zur persönlichen Messung des eigenen Stresses, aber auch im professionellen Umfeld bei Ärzten, Heilpraktikern, Psychologen oder Coaches eingesetzt werden. Dabei wird zum einen das aktuelle Stresslevel gemessen, besonders wichtig für die Erfolgskontrolle ist aber auch die kontinuierliche Messung über den Behandlungszeitraum.

Biofeedback StressChecker Profi Test

Der StressChecker hat drei verschiedene Funktionen:

  • Mit der “Periodischen Messung” kann das Stressniveau über einen längeren Zeitraum gemessen und verglichen werden. Sowohl zur Prävention als auch der Kontrolle der eigenen Erfolge kann dieser Modus genutzt werden.
  • Die “Spezifische Messung” ist eine Momentaufnahme des aktuellen Stressniveaus und kann dazu genutzt werden verschiedenen Entspannungstechniken auf Ihre Wirkung auf den Körper und den Stress zu messen.
  • Das “Freie Experimentieren” zeigt unmittelbar und in Echtzeit Puls und Herzratenvariablität an und ermöglicht so den direkten Einfluss der Atmung oder auch des Trainings zu sehen.

Lieferumfang und Verarbeitung des StressChecker Profi

Im Lieferumfang befinden sich diese Basisstation des Biofeedbacksystems, ein Sensor zur Herzfrequenzmessung am Finger oder Ohrläppchen, eine DVD mit der Software sowie eine Anleitung. Der Profi Version des StressCheckers liegt zusätzlich noch ein gummierter Fingersensor bei, der auch bei hellem Licht oder direktem Sonnenlicht sicher funktioniert.

Alle Komponenten des Biofeedback-Systems sind gut verarbeitet und mit Standardsteckern versehen. Die Stromversorgung erfolgt direkt über den USB-Port.

Kompatibel ist das System mit allen Windows- Systemen, die mindestens Windows 7 installiert haben und über einen USB-Port verfügen, sowie Tablet PCs mit Windows 8 oder Windows 10.

So funktioniert der StressChecker

Nachdem man die Software von der DVD installiert hat, verbindet man die Basisstation per USB mit seinem PC. Danach steckt man einen der beiden Sensoren an und befestigt diesen am Finger oder dem Ohrläppchen. Für mich am bequemsten war das Ohrläppchen, da ich so meine Hände noch frei hatte.

Die Software führt einen gut durch den Einrichtungsvorgang und ist in wenigen Minuten installiert. Um eine kontinuierliche Messung für verschiedenen Personen zu ermöglichen muss man einen Namen sowie das Geburtsdatum und Geschlecht angeben. Wer mag, kann sich noch einen Avatar aussuchen.

Danach erfolgt die erste von drei Stressmessungen, die dazu dienen den eigenen “normalen” Stresspegel zu ermitteln. Die Messungen sollte man an drei verschiedenen Tagen durchführen, zwei Wochentage sowie ein Tag am Wochenende.

Dabei sollte man einige Punkte beachten, damit das Ergebnis auch möglichst genau ist:

  • Nicht direkt nach dem Essen oder sportlicher Betätigung messen
  • Keinen Alkohol oder Kaffee vor der Messung trinken oder Rauchen
  • Möglichst entspannt und aufrecht sitzen und nichts nebenbei machen

Jede der drei Messungen dauert etwa drei Minuten, ich habe zwei der Messungen während meiner Mittagspause durchgeführt, die dritte Messung an einem entspannten Sonntag.

Nach der ersten Messung war ich direkt ernüchtert

Der direkt danach angezeigte vorläufige Relax-Index war bei mir zunächst sehr ernüchternd. Ein Wert von 2,4 mit einem Puls von etwa 80 und einer Herzratenvariablität unter 50% Prozent liegen in einem ungesunden Bereich, der auf Stress, Müdigkeit und Krankheit hindeutet.

Das ich unter einem hohen Stressniveau “leide” war mir klar, dies aber so direkt visualisiert zu sehen ist allerdings im ersten Moment etwas erschreckend.

Der kleine Kreis in der Mitte des Relax-Index ist der altersbasierte Durchschnitt und mein erstes Ziel. Danach möchte ich natürlich möglichst weit in den grünen Bereich vordringen.

Wie ich das allerdings am besten mache, dazu gibt es in der Software keine Informationen. Auch im Handbuch gibt es nur grundlegende Tipps zu Atmung und Entspannung sowie diversen Techniken wie Muskelentspannung, Meditation oder Autosuggestion.

Im ersten Moment fand ich das etwas schade, denn andere Biofeedback-Systeme nehmen einen etwas mehr “an die Hand” und bieten geführte Meditationen oder andere Entspannungsübungen. Allerdings ist man mit dem StressChecker wesentlich flexibler und an keine der von anderen Anbietern in die Apps oder Software integrierte Entspannungstechniken gebunden. So kann ich mich einmal quer durch alle Entspannungsverfahren testen die mir gefallen und mit dem StressChecker regelmäßig den Erfolg messen. So hoffe ich eine Entspannungstechnik zu finden, die bei mir am effektivsten wirkt.

Von 2,2 auf 6,7 nur durch bewusstes Atmen

Ich habe es im “Freies Experimentieren”-Modus mit einer Atemübung versucht. Unter http://xhalr.com findet sich ein einfacher, leicht anpassbarer Atem-Trainer den man direkt online nutzen kann. Innerhalb weniger Minuten konnte ich meinen Stress-Index von 2,2 auf 6,7 steigern. Natürlich ist das nur eine Momentaufnahme, zeigt aber gut, dass alleine durch richtiges Atmen der Puls gesenkt und die HRV auf ein normales Niveau gesteigert werden kann. Für mich ein Ansporn regelmäßig kurze Pausen zu machen um tief und bewusst zu Atmen. Den Erfolg dieser Übungen kann ich dann wieder mit dem StressChecker langfristig messen.

Mein Fazit zum StressChecker

Nach der ersten Messung war ich zugegebenermaßen recht erschüttert wie hoch mein Stresspegel ist. Allerdings tut es gut dies einmal schonungslos vor Augen geführt zu bekommen, denn so steigt die Motivation endlich etwas mehr Zeit und Energie in Entspannung zu investieren. Durch den jederzeit vergleichbaren Stress-Index kann ich meine Fortschritte jederzeit ablesen und für mich selber herausfinden, welche Entspannungstechniken bei mir am besten funktionieren.

Vielleicht integriert Respilex ja in einer zukünftigen Version des Systems doch noch ein paar Einsteigermeditationen oder Entspannungsgrundlagen um die Nutzer etwas bequemer in die Entspannung zu führen.

Mit einem Preis von etwa 89€ finde ich die Profi-Version des StressCheckers eine sehr gute Investition in die eigene Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Erhältlich ist er bei Amazon und im Shop des Herstellers.

Mir fehlt ein bisschen die Mobilität des Systems, denn ich benötige immer einen Windows PC oder Tablet und kann nicht unterwegs oder im Urlaub meinen Fortschritt messen. Hersteller Respilex hat weiterentwickelt und mit dem iStressChecker eine mobile Variante für iOS und Android-Geräte herausgebracht.

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1 Antwort

  1. 8. Februar 2018

    […] grundsätzliche Funktionsweise des Flow HRV Biofeedback-Systems ist ähnlich der des StressCheckers. Ein kleiner Sensor, der an einem Finger oder Ohrläppchen angebracht werden kann misst den Puls […]

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